Wer frißt welchen Fisch in welcher Welle? Google Wave vs. NetDocuments

NetDocuments, am Start seit der frühesten Frühzeit des “Software-as-a-Service”-Konzepts, gab gestern eine Pressemeldung heraus mit dem Titel “NetDocuments Develops Integration With Google Wave”. Interessant ist, was unter “integration with” in diesem Falle zu verstehen ist:

The integrated solution offers NetDocuments customers the following:

  • Ability to create a wave within NetDocuments and display it as a separate object in a folder. It can also be embedded as an IFrame within a NetDocuments Project/Client-Centric Workspace allowing the wave contents to be visible when viewing the entire Workspace.
  • Ability to have NetDocuments folders, documents, and search results displayed within a wave.
  • Drag and drop documents from an internal NetDocuments folder to a wave, and vice-versa.
  • Login to the collaborative space using any methods that Google supports.
  • Leverage the real-time wave collaborative features when it’s released to the market

Wait, what? “Create a wave within NetDocuments”? Das ist etwas, woran ich noch gar nicht gedacht habe, trotz Wavetank, Google Wave Hackathon und WaveWednesday. Unser Fokus liegt eigentlich immer auf der Integration von Tools und Services in die Welle für die Kollaboration und den Export von Anfragen und Ergebnissen aus der Welle. Nicht, daß die Idee, die Welle selbst in eine Applikation zu integrieren oder einzubetten, so exotisch wäre. Sie kam mir nur vorher nicht in den Sinn. Warum?

Hauptsächlich, denke ich, liegt es an der sprachlichen “buzz cloud” im Umfeld von Google Wave. In diesem Set tummeln sich zahllose Vokabeln und Beschreibungseinheiten, die Google Wave in unseren Köpfen zielsicher und reflektionsresistent zur Mutter aller Integrationstools evolvieren lassen. Aber natürlich sollten wir es besser wissen, denn in der virtuellen Welt, in der Parameter wie „groß“ und „klein“ oder „nah“ und „fern“ etc. pp. keinerlei Bedeutung haben, in der “nested virtualization” zur Kunstform wird und die Aristotelischen Gesetze konzeptionell an Kraft verlieren, dräut reziproke, mutuelle Integration immer als Option.

Welche Szenarien, welche Tools und welche Art von Software wären denkbar, in denen die Integrationsmaschine Google Wave als ein integriertes Element produktiver wäre als ein integrierendes?

5 thoughts on “Wer frißt welchen Fisch in welcher Welle? Google Wave vs. NetDocuments”

  1. ähhh – bin grade etwas verwirrt – Du hast wohl immer nicht zugehört, wenn ich meine kleinen Vorträge gehalten habe 😉

    Die Embed-API hatten wir ja von Anfang an auf dem Zettel – aber die Möglichkeiten der Gadget/Robot-API sind natürlich für ein rumspielen viel viel interessanter.
    Die Embed-API bietet ja “nur” einfach Dinge, wie rudimentäre UI-Configuration und halt Anzeige in einer anderen Applikation. Keine direkten Interaktionsmöglichkeiten derzeit (außer Teilnehmer hinzufügen)
    Für mich das interessante an der Embed-Geschichte:
    ceterum censeo – für mich die größte Killer-Eigenschaft von Google Wave – die “Hemmschwelle” zum Kollaborieren sinkt ungemein.
    Das Wave-Dingsda ist halt erstmal ein weiterer Baustein in meinem Intranet-Portal…ah gucke mal, was die da machen, da mach ich auch mit…

  2. äääh — war auch etwas verwirrt, bis Du’s mir erklärt hast, was Du meinst. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, gehst Du davon aus, daß NetDocuments lediglich auf die Embed-API aufsetzt und what’s the big deal. Ich finde, die Presseerklärung von NetDocuments klingt deutlich nach mehr, aber auf die technischen Aspekte wollte ich letztendlich gar nicht hinaus. Sondern auf den konzeptionellen Aspekt der Integration … also Google Wave gerade eben nicht verstanden als „ein weiterer Baustein“ in einem „Intranet-Portal“, sondern dessen tatsächliches Verschlungenwerden und die Potentiale und teleologischen Aspekte einer dauerhaften Existenz von Google Wave im Bauch eines anderen Kollaborationstool.

  3. J, Alex: Mir schwant die Lage der Lücke 😉 Wir sprachen bei unseren kleinen Hexenzirkeln schon mehrfach über alle möglichen Dimensionen von Integration. Verschiedenste Dinge haben wir in Gedanken in verschiedenste andere gesteckt und wunderbare Matrjoschkas gebaut.

    Und um mit Siggi weiter zu sprechen, haben unsere jeweiligen Filter uns (völlig) andere Figuren sehen lassen. Das zeigt nur, warum gerade diese Form des manigfältigen Diskurses so wertvoll sein kann und warum Metaphern manchmal so gefährlich sind und das zeigt auch das obige Missverständnis.

    Einer meiner ersten technischen Gedanken zu dem Thema, wo man Wave überall reinstecken könnte, war vor einigen Wochen: Photoshop und Graffle. Auch hier müsste sich das eine Werkzeug im anderen völlig auflösen.

    … gleichzeitig zerrieb sich der Designer in mir bei dem Gedanken eines aufribbelnden roten Fadens im Schöpfungsprozess. Wobei unsere eigenen Waves durchaus diese Sorgen zerstreuen könnten – haben wir da doch einige Outlines von ganz hervorragender Qualität geschaffen… Die Begründung dessen aber schon selbst geliefert: Die jeweils Beteiligten hatten ein hohes Maß an Vertrauen ineinander. Bezüglich fachlicher und struktureller Qualitäten.

    Womit (wieder mal) die Ebene der sozialen Integration angesprochen wäre und damit die Frage, ob Wave auch hier auf gleiche Weise verschlungen werden könnte, wie Du, J., dies bei NetDocuments siehst.

    Hiermit setze ich also das Thema, wer wen wohin integriert und verschlingt auf die Tagesordnung unseres nächsten Lagerfeuers 😉 Wir sollten da mal Ordnung rein bringen.

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